Die Rauhnächte…Geisterzeit und Wünsche

Madames et monsieurs,

Zeit, zum Jahresabschluss zu kommen.

 

Am 26.12., für manche auch schon früher, beginnen die Rauhnächte, die Nächte in denen die Schwelle zwischen diesseitiger und jenseitiger Welten atmosphärisch minimal ist. Gestern war der kürzeste Tag im Jahr, das Licht wird ab heute wieder langsam mehr werden. Die Natur zieht sich zurück für den Winterschlaf. Das wenige Licht der Sonne sorgt logischerweise für mehr Dunkelheit und Grautöne beherrschen das nordwinterliche Draußen. Der optimale Rahmen für Geister, Wesenheiten über das Land zu streifen und nahezu sichtbar zu werden. Der Mensch hingegen weiß, sein Platz ist jetzt im geschützten Raum, zumeist weihnachtlich zu Hause. Früher war es zum Beispiel Brauch, keine Wäsche zur Rauhnachtszeit draußen aufzuhängen, damit sich keine umherschweifenden Geister in ihr verfangen.

Es kann auch etwas geopfert werden wie Speisen o.ä. Mit dem Wunsch der guten Be-Geist-erung kommender Zeiten oder Friedenschliessung mit alten Geistern welcher Art auch immer. Da viele Wesen nahezu sichtbar und deutlich spürbar unterwegs sind, ist es daher gut, sich mit dem guten Hausgeist zu verbinden. Es ist Nordzeit und die Regierung fürs nächstes Jahr tagt jetzt zu Hause.

 

Der richtige Umgang mit Geistern, ist, sie freundlich zu begrüßen (auch mit Geschenk) und weiterziehen zu lassen.

Es gibt einen schönen Brauch zu den Rauhnächten: Man nehme 13 Wünsche für das nächste Jahr 2017, schreibt diese einzeln auf Zettel und packt alle in ein Gefäß. Ab dem 26.12. verbrennt man jeden Abend ungelesen einen dieser Wünsche, wobei jeder Wunsch für einen der zwölf kommenden Monate steht. Damit ist man dann am 6. Januar fertig, gleichzeitig sind die Rauhnächte zu Ende. Die verbrannten Wünsche hat man somit dem Universum mit Geisterkraft und nicht Geisterangst übergeben. Der dreizehnte und übriggebliebene letzte Wunsch ist der, um den man sich 2017 selbst zu kümmern hat.

 

Passende Räucherung: Beifuß

 

 

 

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