CROSS OVER LILITH…Part two

Um Lilith archetypisch und oder als astrologischen Äther zu verstehen, macht es Sinn, zurückzugehen…

Zur Genesis zum Beispiel.

Es geht dabei um zwei verschiedene Frauenbilder. 

Lilith und Eva. Schatten und Lichtfrau. Und Adam als Mann.

 

Die erste Frau Adams hieß Lilith. Eva war die zweite Frau Adams. 

Symbol für Lilith ist eine schwarze Mondsichel, fußend auf einem Kreuz. Symbol für Eva die weiße Mondsichel

Lilith ist aus dem gleichen Holz wie Adam geschnitzt. Eva ist aus einer Rippe Adams geformt.

Lilith wollte nicht unten liegen. Eva ergab sich stets.

Lilith wurde für Ihren Gleichstellungsantrag (mit dem Mann Adam auf gleicher Ebene zu sein. Eine eigene Meinung zu besitzen. Nicht unten liegen zu wollen.), aus dem Paradies vertrieben.

Eva wurde in das heimische Nest gesetzt und getrieben; Gleichstellungsantrag, mit dem Mann auf Augenhöhe zu sein, per se undenkbar und von Beginn an nicht vorgesehen.

Lilith lebt in Wüsten, in der Luft, im Yggdrasil, dem Weltenbaum, im Exil. Das Geschenk ist die Freiheit. Die Strafe ist die Ausgestoßenheit. Sie erhebt sich von der Erde in die Lüfte. Sie bringt frische Luft und Aufruhr.

Eva lebt im heimischen Paradies, auf der Erde. Das Geschenk ist der Verbund. Die Strafe ist der goldene Käfig. Sie bastelt und zementiert ihre Erde. Sie bringt Ruhe und Stabilität.

Lilith ist roh, ungezähmt, abenteuerlustig, sprunghaft. Eva liebenswürdig, sanft, langweilig, gleichförmig.

Beide gebären. Eva lebende, Lilith tote Kinder.

Über Eva wird viel erzählt. Über Lilith weniger.

Lilith ist autonom vom Mann, autark, Weltenbummlerin. Vom Menschen häufig verteufelt als Hexe.

Eva ist abhängig vom Mann, opfert sich der Familie, Hausfrau. Vom Menschen häufig verteufelt als Engel.

Lilith denkt viel, Eva soll nicht (so) viel denken. 

Lilith ist aufmüpfig, trotzig, verrucht und geht über Grenzen, kennt kein Tabu. Sie nimmt sich, was sie will.

Eva ergeben, nachsichtig, blütenrein, weiße Weste, jungfräulich. Sie gibt, was sie kann. Nehmen ist unzüchtig.

 

Eva ist die den Normen angepasste Frau, die Mutterfigur und die brave Ehefrau. Ihr Zauber liegt in der Erfüllung (der biologischen Funktion der Frau) Kinder (wichtige Nachkommen zum Erhalt der Sippe) zu gebären und der Familie das Nest zu sein.

Sie behaust ihre Sippe. Wärmt, nährt, schützt und ist jederzeit bereit, sich für die Familie/den Mann zu opfern.

Lilith ist die unangepasste Frau, die Zauberin und die autonome Frau. Ihr Zauber liegt in der Erfüllung, allein entscheiden zu können, wann sie sich hingibt und wann nicht. Lilith hat kein Dauernest. Ihr Körper ist ihr Haus. Mal Schlange, mal Vogel, mal auf dem Besen fliegen, mal den Lebensbaum rauf und runter.

Sie isst eher Rostnägel, als dass sie ihren Verstand/sich unterwerfen würde. Jederzeit ist sie bereit, für die Gleichberechtigung aufzustehen. Manchmal auch, bevor die Frage danach gestellt wird. Mit fliegenden Fahnen.

Wenn nötig rächt sie sich für ungerechte Vertreibung.

In der Astrologie ist Lilith der schwarze Mond. Die dunkle Seite (im Sinne von verdrängt, häufig unbewusst) der Weiblichkeit. Die Seite, die nicht für Heim, Haus und Herd gemacht ist. Die Seite, die durch Mentalkraft und Intelligenz, Verstand ihren ebenbürtigen Platz in Geschlechterrollen/Dominanzen fordert. Der Platz, der genauso hoch liegt, wie der des Mannes/der männlichen Energie.

Die Seite der femininen Energie, die vordergründig autonom ist. Niemals freiwillig unterwerfend. Warum auch? 

Sie ist letztlich aus dem gleichen Holz wie Adam.

Dort wo Lilith sich aufhält, da geht es auch um Tabus. Grenzen und Grenzüberschreitungen. Dinge, die man so nicht macht (machen soll).

Ein Ruf, sich mit der eigenen inneren Göttin der Unabhängigkeit auseinanderzusetzen. 

Den Mund aufmachen. Wahrheiten erkennen und transparent machen. Auch auf Kosten von Komfortzonen.

Das Bewusstsein erwecken auch mit Schrecken. 

Wenn Lilith im Radix, Synastrie oder Transit Aspekte eingeht, können diese Themen verstärkt zum Ausdruck kommen.

Je nachdem, welche Häuser etc. betroffen sind.

Es geht bei Lilith um Eigenständigkeit, Unabhängigkeit, Autonomie der weiblichen Seite und betont nicht patriarchales Verhalten.

Die Versöhnung von roter, weißer und schwarzer Göttin.

Sollte man die verbotene Frucht probieren? 

Gibt es einen Sündenfall? 

Die Gretchenfrage? 

Wo sind wir denn mit unserer Gleichstellung von Mann und Frau eigentlich genau?

Was wurde in unserer Erziehung tabuisiert? Was davon sabotiert uns noch, was davon ist schon als Geschenk verstanden?

Welche Frauenrolle war in unserem familiären Milieu dominant? Wie friedlich war diese, wie frei und wie unfrei die von der Sippe gelebte feminine Seite?

Gab es Fehlgeburten, Kindestode, Frauenverstossungen in der eigenen Historie?

Wofür trittst DU ein, welche Tabuthemen lassen Dich nicht kalt?

Was ist für Dich komplett TABU?

Wie gerecht (und nicht gerächt) verhälst DU Dich, wenn es hart auf hart kommt? Und wieviel davon bist Du bereit, den eigenen schwarzen Balken auf Deinen Augen roh sehen zu können? Was trennt (noch) zur wahrhaftigen Gerechtigkeit?

Wieviel Lilith/Eva-Thematik ist abgespalten, wie friedvoll ist die Beziehung Eva-Lilith?

Doppelmoral bezüglich der Frauenrolle vorhanden? (Abspaltungsthema z.B. Heilige zu Hause, Hure außer Haus?)

Zeit, diese Rollen friedvoll zu vereinen.

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